API-Key für Google Maps, Tablet mit Kaffee

Google Maps neue Preisgestaltung – Was ist zu beachten?

Google Maps, der Kartendienst von Google, hat ein neues Preismodell erhalten. Mit der Umstellung wirbt Google für mehr Flexibilität, Transparenz und Kontrolle beim Einsatz der Karten.1 Doch was bedeutet das für Website-Betreiber? Wie wird ein API-Key erstellt, welche Kosten fallen an und welche Alternativen gibt es? Auf diese Fragen wird im Laufe des Artikels eingegangen.

 

Google Maps und der API-Key

Mit der neuen Struktur von Google Maps hat Google den Dienst aufgeräumt. Aus 18 verschiedenen APIs wurden drei. Diese beziehen sich auf die Bereiche Maps, Routen und Orte. Der Begriff API beschreibt eine Schnittstelle zu einer Anwendung. In diesem Fall zu Google Maps. Mithilfe der API kann auf die Karteninformationen zugegriffen werden.

Google fordert von jedem Website-Betreiber, der Google Maps einsetzt, dass dieser einen gültigen API-Key hinterlegt.2 Im folgenden Abschnitt wird erklärt, wie Sie einen API-Key erstellen. Zuerst müssen Sie sich in Ihren Google Account einloggen. Danach rufen Sie die Seite https://cloud.google.com/maps-platform/ auf. Dort haben Sie die Möglichkeit in der rechten oberen Ecke auf jetzt starten zu klicken. Dies funktioniert auch mit einem Klick auf den Button auf dem Bild.

 

Google Maps Link

Danach öffnet sich ein Fenster indem das Produkt (hier Maps) ausgewählt wird.

 

Auswahl zwischen Maps, Routes und Places

Dann wird das jeweilige Projekt angeklickt und der Vorgang fortgesetzt.

 

Auswahl des Projekts

Jetzt folgt eine Weiterleitung zum Rechnungskonto. Wenn Sie noch kein Rechnungskonto besitzen, werden Sie darauf hingewiesen und folgen den Anweisungen. Dabei müssen Sie Ihre Kreditkartendaten eintragen. Anschließend ist es möglich den API-Key anzufordern. Danach können Sie den API-Key verwenden. Natürlich helfen wir Ihnen gerne beim Einbau in Ihre Website.

Google Maps API Key Beispiel

 

Wird Google Maps ohne API-Key eingesetzt, so wird zwar noch eine Karte angezeigt, jedoch mit geringerer Auflösung. Außerdem ist die gesamte Karte mit einem Wasserzeichen versehen. Vor der Umstellung gab es zwei Versionen von Google Maps (Standard und Premium). Die Standardnutzer müssen nun einen API-Key hinterlegen. Für die Premiumnutzer ändert sich nicht viel. Der derzeitige Vertrag endet und die nutzungsbasierte Zahlung tritt in Kraft.3

 

Was kostet mich die Nutzung?

Natürlich ist die große Sorge vieler Website-Betreiber, dass durch die Umstellung zusätzliche Kosten für sie anfallen. Theoretisch kostet jeder API-Aufruf einer Google Maps-Karte. Google bietet jedoch jedem Website-Betreiber 200 $ monatliches Guthaben. Erst wenn dieses aufgebraucht ist, kostet es. Diese 200 $ reichen laut Google für bis zu 28.000 Ladevorgängen von dynamischen Karten oder 100.000 von statischen Karten.4 Dynamische Karten bieten mehr Funktionen als statische an (z. B. zusätzliche Angaben zum Markerpunkt).

Google rechnet bei bis zu 100.000 Aufrufen mit 2 $ bei statischen und 14 $ bei dynamischen Karten pro 1.000 Aufrufe. Eine Website mit eingebundener statischer Karte und monatlich 150.000 Aufrufen würde zu folgenden Kosten führen:

(150.000 / 1.000) * 2 $ = 300 $ von diesen werden noch die 200 $ monatliches Guthaben abgezogen, so bleiben Kosten von 100 $ übrig.

Aus den Zahlen geht hervor, dass es in der Praxis für die meisten Kunden keine Mehrkosten verursacht. Dafür muss die Seite mit der entsprechenden Karte über 100.000 bzw. 28.000 mal pro Monat aufgerufen werden. Wichtig ist zu erwähnen, dass die maximale Anzahl an täglichen Aufrufen beschränkt werden kann.

 

Soll ich bezahlen? Gibt es Alternativen?

Natürlich ist Google nicht der einzige Anbieter von Karten. Kostenlose Varianten sind jedoch rar. OpenStreetMap ist eine Alternative, die keine Kosten verursacht. Das Problem hierbei ist, dass die Kartendaten von der Community gesammelt werden und es keine Garantie auf Vollständigkeit gibt. Bei der Nutzung ist zu beachten, ob alle wichtigen Punkte auch vom Dienst dargestellt werden.

Des Weiteren setzen andere Anbieter schon länger auf ein ähnliches Preismodell wie Google Maps. Mapbox oder here bieten eine gewisse Anzahl täglicher oder monatlicher kostenloser Aufrufe bis zur Kasse gebeten wird.

 

AnbieterFreie AufrufePreis pro 1.000 Aufrufe
Mapbox50.0000,50 $
here250.0001 $
Google Maps100.0002 $

 

Zusätzlich zu der Bezahlvariante bietet Google Maps die Möglichkeit an, über einen iFrame Karten auf der Website zu platzieren. Dadurch wird nur ein Marker mit dem entsprechenden Ort auf der Karte platziert, dafür aber kostenfrei. Problem bei dieser Variante ist, dass die Karte nicht weiter angepasst werden kann (z. B. weitere zusätzliche Marker oder weniger Steuerelemente auf der Karte).

Kartenausschnitt

 

Datenschutz und Google Maps – Was muss beachtet werden?

Die DSGVO-Debatte betrifft natürlich auch Google Maps. Durch das Einbinden von Google Maps werden im Hintergrund Daten an Google gesendet. Dabei werden personenbezogene Daten des Besuchers übermittelt. Der Nutzer der Website müsste der Datenübertragung zustimmen, damit es DSGVO-konform ist. Eine Empfehlung ist daher, Google Maps-Karten über eine sogenannte Zwei-Klick-Lösung einzubinden. Diese fordert die Zustimmung vom Nutzer. Erst danach wird die Karte geladen und die Daten werden übermittelt. Da es bisher noch keine Urteile im Fall Google Maps gibt, ist diese Lösung nur ein Vorschlag und kein Muss. Eine Alternative dazu ist es, den Kartenausschnitt als Bild in die Website zu integrieren. So wird die Übermittlung der personenbezogenen Daten an Drittanbieter umgangen.

Beispiel ZustimmungEin Beispiel, wie Kunden mit der Zwei-Klick-Lösung umgehen, ist auf www.sigmund-lindner.com zu finden.

 

Fazit

Auch mit der Umstellung des Preismodells führt an Google Maps kein Weg vorbei. Projekte in denen die Karten von Google genutzt werden müssen überprüft werden, ob ein API-Key hinterlegt ist. Ansonsten sollten für Website-Betreiber keine zusätzlichen Kosten anfallen, da 28.000 bzw. 100.000 kostenlose Aufrufe pro Monat ein gutes Polster sind. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie viele API-Anfragen gesendet werden oder Sie eine Alternative zu den statischen bzw. dynamischen Karten benötigen, melden Sie sich bei uns und wir kümmern uns um Ihr Anliegen.

1 https://cloud.google.com/maps-platform/user-guide/
https://www.googlewatchblog.de/2018/05/google-maps-platform-neue/
https://cloud.google.com/maps-platform/user-guide/account-changes/ 
https://cloud.google.com/maps-platform/pricing/sheet/

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